DataSkop

DataSkop ist eine Plattform für Datenspenden, um algorithmische Entscheidungssysteme zu untersuchen. Mithilfe interaktiver Experimente und Visualisierung entwickeln Nutzer*innen ein Bewusstsein für Datenströme und die Wirkmacht von Algorithmen.

Projekt

15. September 2020

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#dataskop

Der Einfluss von Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube oder TikTok auf öffentliche Debatten, die Wahrnehmung von Weltgeschehnissen und gesellschaftlicher Trends wird schon seit Jahren viel diskutiert. Die verzerrenden Auswirkungen und potenziellen Gefahren sind jedoch noch zu wenig erforscht. Die automatisierten Entscheidungssysteme, die bestimmen, was Nutzer*innen sehen, sind intransparent und die Unternehmen gewähren kaum Zugang für Forschende. Das Projekt DataSkop, das in einem Forschungsverbund mit Universitäten und Medienpädagog*innen entwickelt wurde, analysiert mittels Datenspenden von Nutzer*innen die Empfehlungs-Systemen von Plattformen.

Das erste Vorhaben 2021 untersuchte, welche personalisierten Empfehlungen und Suchergebnisse der YouTube-Algorithmus rund um Themen der Bundestagswahl liefert. Im Frühjahr 2022 entstand der Simulator "Plattformdynamiken" für den medienpädagogischen Einsatz. Er zeigt Grundprinzipien von Empfehlungsalgorithmen, so genannten Recommender-Systemen, die auf Plattformen wie YouTube, Spotify oder Netflix eingesetzt werden. Die Simulation kann aus Perspektive der Nutzenden und auch Betreibenden ausprobiert werden. Im Herbst 2022 startet die zweite Datenspende-Untersuchung.

Datenspenden haben sich als sinnvolle Methode etabliert, um die Funktionsweise algorithmischer Systeme zu untersuchen – auch ohne direkten Zugang zu ihnen zu haben. Nutzer*innen können individuell ihre Daten spenden, beispielsweise bei der Nutzung sozialer Medien. Dadurch ist es möglich, Licht in die Black-Box-Algorithmen dieser Systeme zu bringen, um zu verstehen, wie sie Empfehlungen, Bewertungen und Entscheidungen berechnen.

Doch DataSkop ist noch mehr. Nutzer*innen sollen nicht nur ihre Daten spenden, sondern sie können vor der eigentlichen Spende erkunden, was an ihren Daten interessant, erkenntnisreich und wertvoll ist. Die DataSkop-Plattform kann in verschiedenen Visualierungsformaten die Daten der Nutzer*innen präsentieren und interaktiv in einer eigenständigen Desktop-App zugänglich machen – im Detail wie unter einem Mikroskop oder aufgefächert wie in einem Kaleidoskop.

DataSkop ist ein Verbundprojekt und wird von AlgorithmWatch koordiniert. In Zusammenarbeit mit der European New School of Digital Studies (Europa-Universität Viadrina) setzen wir erste eigene Datenspendeprojekte um und bestimmten die Funktionalität der Plattform genauer. Der Fachbereich Design der Fachhochschule Potsdam entwickelt die Visualisierungskonzepte. Die Universität Paderborn und der Verein Mediale Pfade erarbeiten medienpädagogische Konzepte und Workshops, in denen DataSkop als Lernwerkzeug eingesetzt werden soll. Das dreijährige Vorhaben wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms Mensch-Technik-Interaktion für digitale Souveränität gefördert.

Projektmanagerin:

Dr. Anne Mollen
mollen@algorithmwatch.org

Partner

Gefördert von

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages