Towards accountability in the use of Artificial Intelligence for Public Administrations
Michele Loi und Matthias Spielkamp analysieren den Regelungsgehalt von 16 Richtliniendokumenten über den Einsatz von KI im öffentlichen Sektor, indem sie deren Anforderungen mit den Kriterien unserer philosophischen Darstellung von Rechenschaftspflicht abgleichen. Sie kommen zu dem Schluss, dass einige Richtlinien zwar auf Prozesse verweisen, die auf eine Prüfung hinauslaufen, die Debatte jedoch von mehr Klarheit über die Art der Berechtigung von Prüfern und die Ziele der Prüfung profitieren würde. Dies diene nicht zuletzt dazu, ethisch sinnvolle Standards zu entwickeln, anhand derer verschiedene Formen der Prüfung bewertet und verglichen werden können.

In ihrer Analyse argumentieren die Autoren, dass verteilte Verantwortung, induzierte Akzeptanz und Akzeptanz durch Unwissenheit Instanzen der unvollkommenen Delegation darstellen, wenn Aufgaben an rechnergestützte Systeme übergeben werden, was die menschliche Rechenschaftspflicht in Frage stellt. Loi und Spielkamp verdeutlichen, dass sowohl die direkte, als auch indirekte, transparenzbasierte Rechenschaftspflicht gegenüber Rechnungsprüfer·innen in öffentlichen Organisationen sowohl instrumentell ethisch wertvoll als auch deontologisch aus dem Prinzip der demokratischen Selbstverwaltung heraus erforderlich sein kann.
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Dr. Michele Loi (er/ihm)
Senior Scientific Advisor

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Dr. Michele Loi ist Senior Scientific Advisor bei AlgorithmWatch und Professor mit Lehrauftrag („professore a contratto“) für den Studiengang KI, Ethik und Recht an der Universität Mailand. Zuvor hat er als Marie-Sklodowska-Curie-Stipendiat am Politecnico di Milano zum Thema Fairness in der KI geforscht. Mit einem Doktortitel in Politischer Theorie der LUISS-Universität und umfangreicher Postdoc-Erfahrung an Institutionen wie der Universität Zürich, der ETH Zürich und der Weltgesundheitsorganisation hat sich Dr. Loi als führender interdisziplinärer Forscher an der Schnittstelle von KI-Ethik, Technologie-Governance und Sozialphilosophie etabliert und mehrere hochkarätige Publikationen veröffentlicht. Sein Forschungsportfolio umfasst die Leitung mehrerer Projekte zur Untersuchung von Algorithmus-Fairness, Datenethik und Technologie-Governance mit über 35 begutachteten Artikeln, 9 Konferenzbeiträgen, 3 Büchern und 7 Buchkapiteln. Seine Publikationen zeugen von spezifischer Expertise in den Bereichen algorithmische Fairness, ethische Implikationen von KI-Systemen und soziale Auswirkungen von Technologie. Das qualifiziert ihn nicht zuletzt, methodische Rahmenwerke für die Analyse der systemischen Risiken von KI-Systemen sowohl aus technischer als auch aus gesellschaftlicher Perspektive zu entwickeln.
