Projekt

SustAIn – Nachhaltigkeits-Index für Künstliche Intelligenz

Das Projekt SustAIn hat das Ziel, die Nachhaltigkeitswirkungen von KI-Technologien zu erforschen, transformative Strategien  herauszuarbeiten und den öffentlichen und politischen Diskurs zum Thema zu fördern. Erstmals soll im Rahmen des Projekts ein Nachhaltigkeitsindex für KI-Systeme entstehen, welcher zukünftig als Bewertungssystem dienen soll.

Systeme, die auf sogenannter Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, wird eine wachsende Bedeutung in Wirtschaft und Gesellschaft zugeschrieben. Erste Studien belegen zum Beispiel, dass diese KI-basierten Verfahren mit einem vergleichsweise hohen Energiebedarf verbunden sind. Grund hierfür sind die großen Datenmengen und Prozessorkapazitäten, die sie benötigen. Mit einem verstärkten Einsatz von KI steigt daher gleichzeitig auch der Bedarf an Energie signifikant. Dies wiederum steht den Zielen der Nachhaltigkeit in ökonomischer und sozialer, vor allem aber in ökologischer Sicht entgegen.

Auch für die Lösung von ökologischen Problemen sollen KI-basierte Verfahren zukünftig neue Wege beschreiten können. Neue technologische Entwicklungen sind jedoch keineswegs ein Selbstzweck sondern müssen stets im Hinblick auf gesellschaftlich gewünschte Entwicklungen reflektiert werden und Raum für gesellschaftliche Lernprozesse bieten.

Das Projekt SustAIn leistet einen entscheidenden Beitrag, um innovative Ansätze für die nachhaltige Entwicklung KI-basierter Verfahren voranzutreiben, die ökologischen, sozialen und ökonomischen Implikationen dieser technologischen Entwicklung systematisch aufzuarbeiten und in einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zu tragen. Um dies zu erreichen, arbeiten in SustAIn organisierte Zivilgesellschaft (AlgorithmWatch), transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung (Institut für ökologische Wirtschaftsforschung) und KI-Forschung- und Entwicklung (DAI-Labor der TU Berlin) gemeinsam an dem Ziel, die Entwicklung und Anwendung von KI-basierten Verfahren ins Verhältnis zu den gesellschaftlichen Zielen der Nachhaltigkeit zu setzen.

Bei dem Projekt SustAIn geht es vor allem um folgende Primärziele:

  • Systematisierung der Nachhaltigkeitswirkungen von KI und deren beispielhafte Erhebung (Kriterienkatalog mit Indikatoren und Konzepten zur Operationalisierung )
  • Erstmalige Entwicklung eines Bewertungsinstrument in Form eines Ranking-Index (Sustainable AI Index)
  • Untersuchung von transformativen Potenziale von Anwendungen mit einem hohen Reifegrad in nachhaltigkeitsrelevanten Sektoren
  • Entwicklung konkreter politischer Handlungsempfehlungen (Policy Brief)

Um den gesellschaftlichen Diskurs im Sinne der Nachhaltigkeit zu stärken, werden nicht nur Dialogprozesse mit Entwickler·innen – Sustainable AI Labs – organisiert, sondern auch Empfehlungen für die nachhaltige KI-Entwicklung – Richtlinien für nachhaltige KI-Entwicklung – formuliert. Die Ergebnisse der Nachhaltigkeitsbewertung – in Form des mehr-dimensionalen Kriterienkatalogs, eines sich darauf aufbauend weiterentwickelnden Rankings, thematischen Fallstudien, der Synthese der Sustainable AI Labs – werden in jährlichen Sustainable AI Index Reports veröffentlicht und mit einer interessierten Öffentlichkeit diskutiert. Eine Auswahl der bewerteten, „gerankten“ Anwendungen aus dem Index und weitere passende Testfälle werden in einer interaktiven Darstellung präsentiert, um breitenwirksam Bewusstsein zu schaffen und die Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitswirkungen von KI-basierten Verfahren zu ermöglichen.

 

Verbundpartner

 

 

 

Gefördert durch:

aufgrund eines Beschlusses
des Deutschen Bundestages

 

Foto von Chad Davis auf Flickr.

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