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Unter der Überschrift „Blackbox SCHUFA“ gingen gestern Beiträge von Spiegel Online (Link) und dem Bayerische Rundfunk (Link) online: Gemeinsam hatten die Datenjournalismus-Teams der beiden Redaktionen zu der bekanntesten Auskunftei in Deutschland recherchiert. Dabei setzen die Redaktionen auf rund 2000 an OpenSCHUFA gespendete Auskünfte. Im Frühjahr diesen Jahres hatte die Open Knowledge Foundation Deutschland zusammen mit AlgorithmWatch das Projekt OpenSCHUFA gestartet – Spiegel Online unterstütze das Projekt als Medienpartner. Nach einem erfolgreichen Crowdfunding haben bis heute etwa 3000 Personen ihre Schufa-Auskünfte über das eigens dafür entwickelte Spendenportal gespendet.

Die Redaktionen machen deutlich, dass die ihnen vorliegenden Daten keineswegs als repräsentativ gelten können. Dennoch konnten sie diverse Auffälligkeiten in den Daten feststellen. Etwa war auffällig, dass zahlreiche Personen von der SCHUFA verhältnismäßig negativ eingestuft werden, obwohl die SCHUFA keine negativen Informationen, beispielsweise Zahlungsausfälle, über sie vorliegen haben. Auch scheint es offenbar bemerkenswerte Differenzen zwischen verschiedenen Versionen des SCHUFA-Scores zu geben: Die Auskunftei bietet ihren Kunden (beispielsweise Sparkassen oder Telekommunikationsunternehmen) einen auf ihren Geschäftsbereich zugeschnittenen Score an. Der unterscheidet sich in einem vorliegenden Fall mit 10 Prozent, je nachdem ob der Kunde auf die Version 2 oder 3 des Scores zurückgreift. Ein Fingerzeig dafür, dass die SCHUFA selbst bei der Version 2 ihres Scoring-Algorithmus einiges für verbesserungswürdig hält. Doch Version 2 wird offenbar immer noch weithin von SCHUFA-Kunden verwendet.

In dem Beitrag wird ebenfalls auf das unlängst erschienene Gutachten des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen zum Thema „Verbrauchergerechtes Scoring“ eingegangen. Dort wird ein deutlich besseres Informationsgebaren und mehr Klarheit von den Auskunfteien gefordert. Die Redaktionen bringen als positives Beispiel die US-amerikanische Auskunftei Fico, die versucht, recht verständlich die Funktionsweise ihres Scoring-Algorithmus zu vermitteln.

Bei AlgorithmWatch freuen wir uns über die Arbeit von Spiegel Online und dem Bayerischen Rundfunk. Sie zeigt, dass per Crowdsourcing zumindest im Ansatz Licht ins Dunkel von gesellschaftsrelevanten automatisierten Entscheidungssystemen gebracht werden kann. Die anschauliche Präsentation, für die beide Medien eigene Grafiken und Erklärvideos produzierten, machen das doch recht komplexe Thema gut zugänglich. Leider hat die SCHUFA erneut auf die Strategie gesetzt, den Redaktionen zu untersagen, aus den ausführlichen Antworten auf ihre Fragen zitieren zu dürfen oder sie sinngemäß wiederzugeben.

Im ARD-Wirtschaftsmagazin PlusMinus war am gestrigen Abend ein Beitrag zu den Recherchen der beiden Redaktionen zu sehen. Spiegel Online und BR veröffentlichte zudem einen Hintergrund zur Arbeitsweise bei der Recherche in den Daten. In den kommenden Tagen wollen beide Redaktionen weitere Berichte zur Auskunftei SCHUFA bringen.

Die aktuelle Berichterstattung im Überblick

letztes Update am 3.12.2018

Reaktionen aus der Politik

Bildnachweis: Bayerischer Rundfunk
 
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Posted by AlgorithmWatch

2 Comments

  1. Sammelt ihr noch Schufa-Auskünfte, um dem Algorithmus auf die Spur zu kommen? Wenn ja würde ich meine gern spenden.

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  2. […] November veröffentlichten der Bayerische Rundfunk und Spiegel Online eine Auswertung der an OpenSCHUFA gespendeten Auskünfte.  Das Projekt hatten die Open Knowledge Foundation […]

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